Eine Woche vorm errechneten Geburtstermin fuhren wir mit regelmäßigen Wehen (alle 5 min) ins Krankenhaus.

Dort angekommen waren sie auch wieder weg ;o), also über Nacht im Krankenhaus geblieben.

Die folgenden 1,5 Wochen plagten mich die Wehen, doch am Muttermund tat sich nix.

Am 14.08.2002 war ich zum CTG, das zeigte die tollsten Wehen, doch Muttermund konstant bei 1 cm.

Also am nächsten Tag wieder zum CTG, das gleiche Bild. Diesmal ließ mein Arzt mich nicht mehr nach Hause, denn mein Bauch wurde gar nicht mehr weich und ich sollte mich mal ausruhen. Deshalb bekam ich Wehenhemmer, doch die Wehen kamen munter weiter und ich zitterte wie ein Drogensüchtiger...

...dann durfte ich in die Badewanne. Eine Stunde später wurde ich an den Wehentropf gehängt, da meine eigenen Wehen nichts bewirkten, sollten die synthetischen nachhelfen. Nach ein paar Wehen gingen die Herztöne von Marie runter und der Tropf wurde abgeschaltet. Noch hatte ich keine Ahnung was mich erwartete.

Mittlerweile war es 21.00 h und es hieß Kaiserschnitt.

Ich wurde auf die OP vorbereitet musste einige Formulare unterschreiben und in den OP geschoben.

Irgendwie waren dort alle ziemlich locker und gut gelaunt.

Der Narkosearzt verpasste mir eine PDA, was kaum zu spüren war. Dann wurden meine Beine warm und schwer und wurden auf dem Stuhl festgeschnallt, ein Schichtschutz angebracht und los......

....Ich konnte die einzelnen Schnitte spüren, nicht schmerzhaft, so als würde ein Fingernagel darüber streichen.

Ich war furchtbar nervös und hielt den Narkosearzt krampfhaft fest, so daß dieser sozusagen außer Gefecht war, er hätte von oben auf den Bauch drücken sollen, Pech gehabt. Außerdem wurde ich von einem furchtbaren Schüttelfrost geplagt.

Er versuchte mich zu beruhigen in dem er immer wieder über den Sichtschutz schaute und sagte "in 3 min ist ihr Kind da", in 2 min ist ihr Kind da", die 1 wurde übersprungen und da war er, der erste Schrei, meine Marie wurde um 23:04 h geboren.

Natürlich wollte ich sie gleich sehen, doch meine Brille war nicht da, so sah ich erst ein Handtuch mit etwas drin, Schade.

Marie wurde von ihrem Vater und der Hebamme zur Erstversorgung gebracht.

Nach einer Weile kamen beide wieder, """mit Brille""", Marie sah mich an mit ihren großen dunklen Augen, mein Mädchen, so klein und doch so vollkommen. Liebe auf den ersten Blick, wenn nicht schon eher ;o)

Anschließend wurden wir wieder in den Kreißsaal gebracht, jetzt konnten wir uns kennen lernen.

Den Rest der Nacht verbrachte ich furchtbar einsam und schlaflos in meinem Nocheinzelzimmer. Ich schaute ständig auf die Uhr und konnte den Morgen gar nicht abwarten, wollte doch mein Baby wiedersehen.

Ich bin sicher, dass nichts auf dieser Welt so erfüllend ist wie ein eigenes Kind. Irgendwie fängt man erst an zu leben, man wird ruhiger, gelassener was materielle Dinge angeht und besorgter was das eigene Kind angeht.

Ich weiß jetzt was "bedingungslos" heißt: Die Liebe zum eigenen Kind

 

Ich erholte mich recht schnell von der OP, bis auf geringfügige Kleinigkeiten wie Blasenentzündung ect.

Die erste Zeit machte mir die Tatsache, nicht natürlich entbunden zu haben, zu schaffen. Es lagen mehrere Gründe für die Sectio vor, zum einen ein Missverhältnis von Kopf zu Becken und zum anderen eine Wehenschwäche.

Doch jetzt kratzt mich das nicht mehr im geringsten. Mein Mädchen ist gesund, uns geht's prima. Was soll´s, jetzt weiß ich was mich beim 2. Kind erwartet.

und hier der Geburtsbericht unserer Nummer "2"  

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