Geburtsbericht                                                                                                                                                                home

   

Lars, 15.11.2005, 13:44 (ET+11)Das warten hat sich gelohnt, Zustand nach Sectio! Bei meiner Tochter (15.08.2002) stellte der Kopf sich nicht ein und die Herztöne sackten bei der Einleitung direkt zu Anfang ab.

Noch am Montag, dem 14.11.2005, ET+10 meinte mein Doc, dass wohl doch ein Missverhältnis von Becken-Kopf vorliegt und wusste auch nicht so recht, was wir tun sollen.

Ich folgte dem Rat der Hebammen und machte am Dienstag einen weiteren Wehenbelastungstest. Anfangs sah es auch nicht gut aus und der OP wurde schon informiert. Ich lag auf der Seite und konnte unter den Wehen das Kind auf meine Beckenknochen spüren, das gefiel ihm nicht, also legte ich mich auf den Rücken. Das war so gegen 9:30, da machte es rumms und plötzlich taten die Wehen, die eigentlich total niedrig dosiert waren, höllisch weh und es wurde immer schlimmer. Ich traute mich gar nicht einen pieps von mir zu geben, da ich mir sicher war, dass sich wieder nichts tut und ich einfach nur zu empfindlich sei ;-) Gegen 11:00 musste ich dringend Pipi und die Hebamme befreite mich vom Tropf. Mein Mann begleitete mich und ich war sehr verwundert, als ich feststellte, dass sich viel blutiger Schleim gelöst hatte. Die Hebamme meinte, dass sich vielleicht was tut und kontrollierte anschließend den Muttermund, der da schon bei 3 cm war. Ich hatte Tränen in den Augen, da ich das niemals erwartet hätte.

Also ab vom Tropf und Treppen laufen! Wir gingen immer die Treppen vom 5. Stock bis zum EG und fuhren wieder mit dem Lift nach oben. Ich wurde von allen sehr mitleidig angeschaut, obwohl ich mir fast nix anmerken ließ, glaubte immer noch nicht an eine spontane Geburt. Irgendwann hatte ich genug vom Treppensteigen und wir gingen nach oben zum Kreißsaal, dort wurde mir ein Zimmer zugeteilt und ich unterschrieb während der Wehen, die im übrigen von Anfang an im 3-Minuten-Rythmus kamen.

Kurz vor 12:00 wollte ich nicht mehr und wollte nur noch in die Badewanne. Mittlerweile war der Muttermund bei 5 cm. In der Badewanne wurden die Wehen noch heftiger und ich ließ ab und zu mal einen Seufzer raus ;-) Meine Hebi hat irgendwelche Aromaöle ins Wasser getan, was ich ganz toll fand. Während ich dort lag, fragte mich meine Hebi, ob sie mir mein Mittagessen aufheben sollte oder es meinem Mann geben dürfte. Ich meinte sie soll es ruhig meinem Mann geben, sie solle mir dann wenigstens das Abendessen aufheben. Daraufhin meinte sie, sie hätte Angst, dass ich bis zum Abendessen verhungert wäre, da bis dahin das Kind sicher da wäre. Ich konnte daran allerdings gar nicht glauben und überließ meinem Mann mein Mittagessen. Ich war wegen dem Wehenbelastungstest morgens nüchtern ins Krankenhaus gekommen und durfte auch zu diesem Zeitpunkt nichts essen, wegen möglichem Kaiserschnitt. Irgendwann stand mein Doc und die Hebi in der Tür. Mein Doc strahlte richtig, da es jetzt wohl doch spontan gehen würde.

Nach etwa 45 min Badewanne sollte ich zurück zum Kreißsaal. Dort angeklommen machte die Hebamme die Wärmestrahler auf dem Wickel/Badebereich an und ich war sehr erstaunt!!! Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt schon bei 8 cm. Im Kreissaal brannten wie im Bad viele Kerzen und Vanillearoma war in der Luft. Da die Fruchtblase immer noch intakt war,  wurde sie jetzt gesprengt. Das war ekelig, ich hatte das Gefühl undicht zu sein ;-) kurz danach war er fast vollständig geöffnet und ich sollte mich zur Seite drehen, damit der Kopf sich einstellt, da war es auch schon so weit. Ich konnte das Köpfchen spüren. Meine Hebamme sah mich wieder fassungslos an und meinte ich könnte langsam schieben. Kurz darauf war mein Doc auch wieder da und zur Begrüßung fragte ich nur, ob er jetzt noch zum schneiden käme ;-) Dann ging es ans pressen. Irgendwie kam die Zeit mir endlos vor und ich dachte, der Kleine kommt nie raus und gleich wird die Zange geholt. Mein Doc drückte mir immer auf dem Bauch herum um mir anzuzeigen, wo ich hin pressen sollte und plötzlich merkte ich, dass er geschnitten hatte, denn es fühlte sich so klaffend da unten an. Nach 25 min pressen war es geschafft, Lars war da.

Ich wurde aufgerichtet und nahm meinen kleinen Mann in Empfang und legte ihn auf meinen Bauch und dort blieb er auch die nächste Stunde, bis endlich mein Mann ihn auch mal haben durfte.

In der Zwischenzeit musste auch die Plazenta geboren werden. Mein Doc massierte eine Weile meinen Bauch und ich wartete nur auf den Moment, an dem er mir auf den Bauch drücken wollte, denn dass ließ ich nicht zu ;-) Hatte von den ekligen Schmerzen dabei gehört ;-) Also presste ich noch mal und sie kam.

Nun musste der Dammschnitt noch vernäht werden. Das war für mich das schlimmste. Ich lag total verkrampft und verschwitzt da und war froh, als meine Beine aus den Schienen befreit wurden.


Alles in allem eine super schnelle unproblematische Geburt. 

Geschafft Nun kenne ich den Unterschied zwischen spontaner Geburt und Kaiserschnitt und würde die spontane Geburt dem Kaiserschnitt jederzeit vorziehen.